Warum ich Kinder erst Emojis zeichnen lasse…

… und was sie dabei lernen.

Kinder starten bei mir nicht mit komplizierten Zeichnungen, sondern mit etwas, was sie sofort verstehen: Emojis. Sie sind einfach, vertraut, es gibt ihnen am Anfang Sicherheit und machen Spaß. Gleichzeitig lernen sie dabei die wichtigsten Grundlagen des digitalen Zeichnens. Am Anfang steht immer eine einfache Form: der Kreis. Die Kinder lernen in Procreate, wie sie automatisch eine saubere Grundform erstellen können. Das gibt ihnen sofort ein Gefühl von Kontrolle und ein erstes Erfolgserlebnsis.

Danach arbeiten wir mit Ebenen weiter. Auf einer neuen Ebene entstehen die Augen, auf einer weiteren Ebene der Mund. So verstehen die Kinder ganz intuitiv, wie ein digitales Bild aufgebaut ist. Durch das Arbeiten mit Ebenen verstehen Kinder sehr schnell, was im digitalen Gestalten möglich ist. Sie lernen die einzelnen Elemente unabhängig voneinander verändert werden können, etwas kann nach vorne oder hinten gestellt werden, sicht bar oder unsichtbar gestellt werden, ohne, dass das ganze Bild neu gezeichnet werden muss.


Diese Erfahrung ist besonders wichtig für spätere Animationen. Denn nur wenn einzelne Teile getrennt aufgebaut sind, können sie sich auch bewegen. Gleichzeitig verändert sich auch ihr Verständnis vom Zeichnen, denn anders als auf Papier arbeiten die Kinder nicht mehr an einem Bild entlang, sondern gestalten jedes Element bewusst und vollständig. So entsteht Schritt für Schritt ein neues Denken nicht nur im Zeichnen, sondern im visuellen Gestalten insgesamt.

Mit einer so einfachen Übung wie dem Zeichnen von Emojis lernen Kinder nicht nur die ersten Schritte in Procreate, sondern entwickeln ein Gefühl für Aufbau, Struktur und Gestaltung. Sie erleben, dass aus einer einfachen Form Schritt für Schritt etwas Eigenes entsteht.